Der Kameramann
Projekt unterstützen

Der Kameramann - Rainer Blank

 

„Hast Du Lust, meinen Vater und mich auf eine Reise nach Tansania zu begleiten – und das zu filmen?“

„Klingt spannend. Was genau macht Ihr denn da?“

„Wir wollen den Kilimandscharo besteigen, die Serengeti besuchen und das Ngorongoro-Gebiet durchqueren – zu Fuß...“

„Zu Fuß...?!? Gibt es da nicht Löwen und Leoparden und so?“

„Ja, schon. Aber wir gehen ja mit ein paar Massai – die wissen ja, wie man sich da verhält und haben notfalls auch Speere dabei.“

 

Wer kann zu so einem Angebot schon „Nein“ sagen? Ich jedenfalls nicht. Als selbständiger Filmemacher war ich schon oft im Ausland unterwegs. Für Dokus und Reportagen für den NDR („Länder, Menschen, Abenteuer“, „MARE TV“ etc.) zum Beispiel. Und da ich nicht nur als Autor und Regisseur arbeite, sondern schon lange selber drehe und mir gerade eine neue, handliche Kamera (Panasonic Lumix GH5) gekauft hatte, bot sich dieses Abenteuer geradezu an, um die neue Ausrüstung auszuprobieren.

 

Vieles, was ich auf dieser Reise erlebt habe, wird mir in Erinnerung bleiben: die Gratwanderung auf den Bergrücken im Angesicht des erhabenen Ol Doinyo Lengai, „dem Sitz der Götter“, wie die Massai sagen. Unterschiedliche Tierarten, die auf kleinstem Raum im Ngorongoro-Krater nebeneinander leben. Der Stolz und die Erhabenheit der Massai. Und natürlich die fantastischen Blicke auf den und vom Kilimandscharo aus, diesem unwirklichen, schneebedeckten 6000er-Hühnen mitten in Afrika.

 

Aber auch aus Sicht des Filmemachers bleiben viele Eindrücke hängen, die ich nicht nur als Autor verwerten, sondern auch in meine Seminare für junge Video-Journalisten einfließen lassen kann: auf einer solchen Bergtour sollte man versuchen, die Akkus möglichst warmzuhalten (sie entladen sich bei Kälte), genügend Schutztaschen und -hüllen dabei haben (die Vulkan-Asche kriecht fast überall rein) und möglichst oft den Kamera-Sucher verwenden statt des Ausklappmonitors  (verbraucht viel Strom).

 

Und natürlich sollte man sich genügend Zeit für den Schnitt eines solchen Filmes freiräumen. Denn bei einem knapp 90-minütigen Film dauert dieser Schnitt Wochen und Monate. Aber wir hoffen  natürlich, dass es sich gelohnt hat!